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Die Verordnung über die Universitären Weiterbildungszentren wurde beschlossen. Hierzu gehörten das Zentrum für Didaktik, das Fremdsprachenzentrum, das Zentrum für Musikalische Unterweisung und das Universitätszentrum für Filmstudien.
Die Amtszeit des Rektors Javier Barros Sierra ging zu Ende. Am 2. Mai wurde Dr. Pablo González Casanova gewählt. Generalsekretär wurde der Chemiker Manuel Madrazo Garamendi. Die Zahl der Studierenden, die bereits im Jahr 1969 die Marke von 100.000 überschritten hatte, lag in diesem Jahr bei 107.056, davon 30.465 Studienanfänger.
Die Zahl der weiblichen Studierenden stieg auf 23.879. Ein vom Rektor gestellter Amnestieantrag für die als politische Gefangene inhaftierten Universitätsangehörige wurde angenommen. Die neue Satzung für das Akademische Personal galt jetzt sowohl für Hochschullehrer als auch für das Forschungspersonal.
Als neue Universitätseinrichtungen sind das Zentrum für Mayastudien und das Forschungszentrum für Angewandte Mathematik, Systeme und Dienste zu nennen. Im Bereich Kultur gründete die Choreographin Gloria Contreras den Workshop Choreographie der UNAM. Am 1. Dezember trat Luis Echeverría Alvarez das Amt des Staatspräsidenten an. Im selben Monat wurde per Präsidentendekret der Nationale Rat für Forschung und Technologie (CONACYT) gegründet. |
Am 25. Januar beschloss der Universitätsrat die Gründung der Schule für Natur- und Geisteswissenschaften (CCH) und deren Verordnung über die Akademische Einheit des Zyklus der Sekundarstufe II.
Das Zentrum für Didaktik koordinierte die Kurse zur Schulung der Lehrkräfte für diese neue Einrichtung. Experten in den verschiedenen Unterrichtsfächern erteilten die fachlichen Kurse und Pädagogen erteilten Kurse, in denen die neuen Lehrmethoden festgelegt wurden. Die Pädagogen waren auch für die Auswahl der zukünftigen Lehrkräfte zuständig.
Ende Mai kam es zu einem Konflikt zwischen der Regierung des Bundesstaates Nuevo León und der Autonomen Universität des Bundesstaates. Die Studentenschaft Nuevo Leóns bat die Studierenden in ganz Mexiko um Unterstützung. Im Bundesdistrikt Mexiko-Stadt stieß dieser Aufruf bei den Studierenden der UNAM und des IPN auf Resonanz. Die Unruhen verstärkten sich in den ersten Junitagen.
NDie Krise in Nuevo León spitzte sich zu. Eine groβe Demonstration in der Umgebung des zum Nationalen Polytechnischen Institut gehörenden Gebäudes Casco de Santo Tomás wurde für den 10. Juni angesetzt, hauptsächlich im Stadtteil Ribera de San Cosme. Trotz der Verbreitung der Nachricht, dass der Gouverneur Elizondo zurückgetreten sei, wurde beschlossen, die Demonstration durchzuführen.
Noch bevor die Demonstration begann, wurden die Studenten von einer paramilitärischen Gruppe, die sich „Die Falken” nannte, angegriffen. Die Polizei hatte den Bereich ab der Avenida Insurgentes Norte und Manuel González gesperrt. Niemand erklärte sich für den Angriff verantwortlich und die Existenz der paramilitärischen Gruppe wurde abgestritten.
Der Polizeichef Flores Curiel trat umgehend zurück, ebenso der Bürgermeister von Mexiko-Stadt. Die Verantwortlichen für die Vorkommnisse wurden nie genannt. Gewissheit gab es nur über die jungen Menschen, die bei dem Angriff ums Leben gekommen waren. Die dadurch ausgelöste politische Krise stärkte den Präsidenten, der von namhaften Intellektuellen Rückhalt bekam, die die Parole „Echeverría oder Faschismus” formulierten. Der Präsident entwickelte nach und nach eine Politik der radikalen Abgrenzung von seinem Vorgänger sowie einen eigenen Regierungsstil.
In der internationalen Politik befürwortete er die Gründung eines unabhängigen Blocks und die Stärkung der Dritten Welt. In der Innenpolitik erwachte erneut der Populismus. Echeverría ordnete die Amnestie der politischen Gefangenen von 1968 an und bot einigen von ihnen die Mitarbeit in seiner Regierung an.
Den Universitäten wurde ein groβzügiger Haushalt zur Verfügung gestellt. In der UNAM wird dies an den Schulen für Natur- und Geisteswissenschaften (CCH) deutlich. In diesen Jahren stieg die Zahl der Einschreibungen. Auβerdem wurde für mittlere und höhere Bildungseinrichtungen weiterer öffentlicher Raum geschaffen.
Am 15. August starb Javier Barros Sierra, zweifellos einer der groβen Rektoren der Universität. Im November wurde die Gewerkschaft der Arbeiter und Angestellten der Universität (STEUNAM)gegründet, die ihren Antrag auf Eintragung bei den Arbeitsbehörden gestellt hatte.
Die Behörden und ein Groβteil der Lehrkräfte weigerten sich, einen Tarifvertrag mit Sonder- und Ausschlussklauseln in der UNAM zu akzeptieren, da diese die Autonomie der Universität verletzen könnten.
Es wurden Änderungen im Verwaltungsbereich vorgenommen: die Generaldirektion für Studentische Angelegenheiten wurde zur Koordination für Studierendenverwaltung. Die Generaldirektion für das Akademische Personal und das Verwaltungspersonal wurde geschaffen, die die ehemalige Generaldirektion für Personal und die Generaldirektion für das Lehrpersonal umfasste, die damit aufgelöst wurden. Schlieβlich nahm auch die Fachkommission für die Umsetzung von Universitätsprojekten ihre Arbeit auf. |
Ein schwieriges Jahr für die Universität begann. Die wichtigsten Ereignisse im akademisch-administrativen Bereich waren die Verabschiedung der Verordnung über die öffentlichen Filmvorführungen der UNAM und vor allem die Satzung für das Offene Studiensystem (SUA).
An der Schule für Architektur begann sich eine Bewegung für die Selbstverwaltung von Hochschullehrern und Studenten auszubreiten, die den Unterrichtsbetrieb für lange Zeit lahm legte. In erster Instanz lehnte das Ministerium für Arbeit und Sozialvorsorge die Aufnahme der Arbeiter- und Angestelltengewerkschaft der UNAM (STEUNAM) in das offizielle Register ab, mit der Begründung, dass die Universität kein Verwaltungsunternehmen sei und daher keine Arbeitsbeziehung zwischen ihr und ihren Mitarbeitern bestehe.
Dies geschah im Februar und Mai. Später gab ein Verwaltungsgericht dem Einspruch der Gewerkschaft gegen die Ablehnung ihrer Anerkennung durch das Ministerium für Arbeit und Sozialvorsorge statt. Dies gab der Organisation Auftrieb, die sich weiterhin für ihre Interessen einsetzte. Inzwischen hatte eine Gruppe, angeführt von Mario Falcón und Miguel Castro Bustos, unter dem Vorwand, die Zulassung von Absolventen der Schule für Lehrerausbildung zum Studium an der UNAM zu erreichen, das Rektorat besetzt und den Hauptcampus unter ihre Kontrolle gebracht. Sie unterbrachen den Lehrbetrieb und bedrohten die interne Stabilität. Beide Anführer waren schwer bewaffnet.
Erst nach sechzig Tagen verließen sie das Gebäude. Der Rektor verlegte sein Büro in das Gebäude der Nationalen Voruniversitären Schule in der Straβe Justo Sierra 16. Die Forschungsarbeit ging weiter, der Lehrbetrieb war jedoch zum Stillstand gekommen. Schlieβlich verlieβen die Straftäter das Universitätsgelände. Einer von ihnen ging ins Exil nach Panama, der andere tauchte unter. Später wurden beide inhaftiert.
Ende September wurde das Labor für Kernforschung in Zentrum für Kernforschung umbenannt. Im folgenden Monat beantragte die Gewerkschaft STEUNAM die Unterzeichnung eines Tarifvertrages und kündigte für den 25. Oktober einen Streik an.
Aufgrund der Ablehnung des Rektorats kam es zum ersten Streik, der nicht von den Studierenden ausgerufen worden war. Mitte der 30er Jahre gab es an der UNAM schon einmal Bestrebungen, eine Gewerkschaft zu gründen. Der Rektor schlug ein 10-Punkte-Programm zur Beilegung des Konflikts vor, das die STEUNAM ablehnte. Im November reichte González Casanova sein Rücktrittsgesuch ein, das jedoch nicht angenommen wurde. Einen Monat später trat er unwiderruflich zurück.
Als letzte akademische Amtshandlungen wurden die Koordination für das Offene Studiensystem (SUA) und die Ständige Schule für Weiterbildung in San Antonio, Texas (EPESA) eingerichtet, in Räumen, die der UNAM von der Stadt San Antonio gestiftet worden waren.
Diese Schule führte die Kurse weiter, die seit 1944 unter der Schirmherrschaft der UNAM einmal im Jahr angeboten wurden. Hierzu brauchte man qualifizierte Lehrkräfte für den Spanischunterricht und für die Kurse über mexikanische Kultur. Das Kursangebot richtete sich sowohl an US-Amerikaner als auch an Mexikaner, die in den USA leben.
In diesem Jahr nahmen auβerdem zwei weitere Einrichtungen der Schule für Natur- und Geisteswissenschaften (CCH) die Arbeit auf, eine im Süden und eine im Osten von Mexiko-Stadt. |
Am 3. Januar ernannte der Verwaltungsrat Dr. Guillermo Soberón Acevedo, der zuvor Koordinator der Wissenschaftlichen Forschung gewesen war, zum neuen Rektor. Am 8. Januar trat er sein Amt auf dem Parkplatz der Medizinischen Fakultät der Universität an, an einer Universität, die aus Sicht der Gewerkschaft bestreikt wurde beziehungsweise an der, aus Sicht der Universitätsleitung, die Arbeit rechtswidrig niedergelegt worden war.
Sergio Domínguez Vargas wurde zum Generalsekretär der Universität ernannt. Am 15. Januar beendete die Gewerkschaft den Streik. Im Februar wurde ein Tarifabkommen unterschrieben, kein Vertrag, der die Arbeitsbeziehungen zwischen den Arbeitern und der Universitätsverwaltung regelte. Der Universitätsrat ratifizierte das Abkommen in seiner Sitzung am 13. Februar.
Die Fakultät für Psychologie wurde gegründet, indem sie sich von der Fakultät für Philosophie und Literatur abspaltete. Ebenso gründete die Abteilung für Meereswissenschaften und Limnologie des Instituts für Biologie ein eigenständiges Zentrum. Die Nationale Schule für Sozialarbeit entstand mit der Abspaltung von der Fakultät für Rechtswissenschaften.
Die Nationale Schule für Handel und Verwaltung wurde in Fakultät für Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre umbenannt. Auβerdem entstanden zwei neue geisteswissenschaftliche Institute: das Institut für Anthropologische Forschung, das zuvor eine Abteilung des Instituts für Geschichtsforschung gewesen war, und das Institut für Philologische Forschungen, das vier Zentren umfasste, die zuvor zu der Koordination für Geisteswissenschaften gehört hatten: das Zentrum für Hispanische Linguistik, das Zentrum für Klassische Studien, das Zentrum für Mayastudien und das Zentrum für Literarische Studien.
Die Generaldirektion für die Verbreitung der Universitätsarbeit und die Fachkommission für Universitätsrecht entstanden. Die Generaldirektion für Information und die Generaldirektion für Studienberatung und Sozialdienst wurden umstrukturiert, sodass die Generaldirektion für Studienberatung und Soziokulturelle Veranstaltungen und die Kommission für die Koordination des Integralen Sozialdienstes entstanden.
Auch das Forschungszentrum für Angewandte Mathematik und Systeme und das EDV-Zentrum wurden umstrukturiert. Die Interne Verwaltungskommission wurde als neue Einrichtung geschaffen. Die Generaldirektion für Sport wurde in Generaldirektion für Sport und Freizeitaktivitäten umbenannt. .
Im Bereich der Kulturarbeit fanden Veranstaltungen im Universitätsmuseum Chopo statt, das seit der Eröffnung des Museums für Naturgeschichte im Chapultepec-Park verlassen war. Die Monatszeitung “Los Universitarios” wurde herausgegeben.
Die Dekrete über die Schaffung der Autonomen Metropolitanen Universität (UAM) und der mit dieser Universität locker verbundenen Schulen für die Sekundarstufe II Colegio de Bachilleres wurden erlassen, die im Jahr darauf ihre akademische Arbeit aufnahmen. |
Die Zahl der Studierenden war gewaltig angestiegen. Mit dem Arbeitsbeginn der fünf neuen Schulen für Natur- und Geisteswissenschaften (CCH) erreichte die Gesamtstudierendenzahl 217.535 bei 65.370 Neueinschreibungen.
Die Zahl der weiblichen Studierenden lag bei 62.054. Am 19. Februar wurde die Schaffung der Nationalen Schule für Höhere Studien (ENEP)im Stadtteil Cuautitlán beschlossen. Es handelte sich um einen neuen Schultyp mit eigener Verwaltung und Studiengängen, dessen Einrichtungen von den traditionellen Schulen und Fakultäten unabhängig waren. Einige Monate später beschloss der Universitätsrat die Eröffnung weiterer Schulen in den Stadtteilen Acatlán und Iztacala nach dem Vorbild von Cuautitlán. Die Satzung für das Akademische Personal wurde reformiert.
Im Zuge dieser Reformen wurden die Kategorien asociado für Lehrbeauftragte und titular für festangestellte Hochschullehrer mit den jeweiligen Stufen A, B und C eingeführt. Das Lehrpersonal wurde nach den neuen Kategorien und Stufen eingeteilt. Mit 2.131 Mitgliedern wurde die SPAUNAM, die Gewerkschaft des Akademischen Personals der UNAM gegründet.
Im September hob das Arbeitsgericht das Rechtsschutzgesuch der STEUNAM auf . Im November kam es zur ersten Revision des Tarifabkommens mit der STEUNAM. Die SPAUNAM forderte ihrerseits die Unterzeichnung eines Tarifvertrages und die Anerkennung des Rechts des Akademischen Personals, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Der Universitätsrat beschloss, dieses Gesuch an die Kommissionen für Akademische Arbeit und für Universitätsrecht weiterzugeben.
Ein Programm zur Dezentralisierung der Hochschulstudien wurde beschlossen, mit dem die kurz zuvor gegründeten Nationalen Schulen für Höhere Studien (ENEP) unterstützt werden sollten. Des Weiteren wurden die Generaldirektion für Planung sowie die Fachkommission für Rechtswissenschaftliche Studien und Projekte gegründet. |
Am 14. März nahm der mexikanische Staatspräsident Luis Echeverría an der offiziellen Feier zur Eröffnung des Wahljahres teil, so wie es bis zur Regierung von Gustavo Díaz Ordaz üblich gewesen war. Die gut besuchte Zeremonie fand in der Fakultät für Medizin statt. Am Ende der Zeremonie wurde das Staatsoberhaupt von einem Stein an der Stirn getroffen.
Die Einrichtungen der Nationalen Schule für Höhere Studien (ENEP)in Acatlán und Iztacala wurden eingeweiht und nahmen den akademischen Betrieb auf. Die Schule für Zahnmedizin wurde zur Fakultät und die Eröffnung weiterer Schulen der ENEP wurde beschlossen, und zwar in den Stadtteilen Aragón und Zaragoza.
Das Programm für Bibliothekswissenschaft wurde gegründet und ein neuer Raum in der UNAM geschaffen: die Naturwissenschaftliche Forschungsstadt. Die Fakultät für Naturwissenschaften bezog mitsamt ihrer traditionellen Prometheus- Statue das neue Gebäude in der Forschungsstadt. Auβerdem wurden sämtliche Institute und naturwissenschaftliche Forschungszentren mit ihren jeweiligen Koordinationen dort untergebracht, mit Ausnahme des Instituts für Biomedizinische Forschung und dem Forschungszentrum für Angewandte Mathematik und Systeme.
Die leeren Räume auf dem ursprünglichen Campus wurden zu Büros der Fakultät umfunktioniert und das Hochhaus der Naturwissenschaften wurde zum Hochhaus II der Geisteswissenschaften mit seinen Instituten für Wirtschaftsforschung, Sozialforschung und Philologische Forschungen, der Koordination und dem neuen Hörsaal Mario de la Cueva. Andere Räume, wie die des Instituts für Geophysik, wurden vom Institut für Anthropologische Forschung und vom Fremdsprachenzentrum CELE genutzt.
Die Meinungsverschiedenheiten mit den Vertretern des Lehrpersonals gingen weiter. Das Problem begann mit der Ankündigung eines Streiks, um einen Tarifvertrag und eine Gehaltserhöhung um 40% rückwirkend zum 1. November 1974 zu fordern. Rektor Soberón bot eine regelmäβige Revision der Gehälter an, so wie es die Satzung vorsah.
Der Universitätsrat entschied gegen ein Tarifabkommen mit der Gewerkschaft SPAUNAM und beschloss, die Satzung für das Akademische Personal durch den Paragraphen “Interessenvertretung des akademischen Personals” zu ergänzen.
Die Gewerkschaft reagierte mit einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung am 11. Juni. Fünf Tage später begann der angekündigte Streik, der vom 16. bis zum 25. Juni andauerte und als rechtswidrige Arbeitsniederlegung galt. Die Gewerkschaft SPAUNAM wurde anerkannt und akzeptierte die Revision des Abschnitts über die Interessenvertretung des akademischen Personals in der Satzung für das Akademische Personal im Zwei-Jahres-Rhythmus.
Zur gleichen Zeit entstanden autonome Verbände des akademischen Personals, die die gewerkschaftliche Organisation der Lehrkräfte ablehnten. Am 18. Juni konstituierte sich ein Koordinationsrat dieser autonomen Verbände. Der Universitätsrat bewilligte den Paragraphen XIII über die Interessenvertretung des akademischen Personals, der von Vertretern der UNAM, der Gewerkschaft SPAUNAM und dem Autonomen Verband des Akademischen Personals der UNAM (AAPAUNAM) unterschrieben wurde. |
In diesem Jahr schrieben sich 79.808 Studienanfänger ein, sodass die Gesamtstudierendenzahl auf 271.266 anstieg. Die Zahl der weiblichen Studierenden lag bei 93.686.
Zwei neue Institute bereicherten die wissenschaftliche Forschung: das Institut für Ingenieurwissenschaften trennte sich von der Abteilung für Postgraduale Studien der Fakultät und das Forschungszentrum wurde zum Forschungsinstitut für Angewandte Mathematik und Systeme (IIMAS).
Rektor Soberón brachte eine Initiative ein zur Ergänzung des Artikels 123 der Verfassung durch einen “Absatz C”, in dem die Arbeitsbeziehungen in den Universitäten geregelt werden sollten. Die Initiative wurde im Bildungssektor sehr begrüßt, jedoch wurde von offizieller Seite nicht darauf reagiert. Kritik gab es vor allem auch von Seiten der Gewerkschaft.
Ende des Jahres 1975 unterstützten Teile der Revolutionären Institutionellen Partei (PRI) Finanzminister José López Portillo als Kandidaten für das Präsidentenamt. Während des gesamten Wahlkampfes gab es keine ernst zu nehmende Opposition. Vor der Vorlage des letzten Präsidentschaftsberichts, wurde eine Abwertung des mexikanischen Peso gegenüber dem Dollar angekündigt, ohne den genauen Paritätskurs zu nennen. Die Inflationsrate war gestiegen.
In der UNAM wurde ein neues Tarifabkommen mit der Gewerkschaft STEUNAM unterzeichnet, das am 1. November in Kraft trat. Am 16. November wurde eine Gehaltserhöhung für das Verwaltungspersonal angekündigt. In den letzten Monaten des Jahres wurden die Akkreditierungen für die Revision des Paragraphen XIII der Satzung für das Akademische Personal durchgeführt. Die SPAUNAM akkreditierte 3.549 Mitglieder und die AAPAUNAM 5.139 Mitglieder, sodass Letzterem die Interessenvertretung des akademischen Personals zustand.
Die Gewerkschaft SPAUNAM beantragte die Eintragung beim Arbeitsministerium und legte einen Tarifvertragsentwurf vor, der auch akademische Aspekte berücksichtigte. In dieser Zeit entstand das Zentrum für Studien über die Universität (CESU), das mit der Führung des historischen Archivs der UNAM beauftragt wurde.
Die Generaldirektion für Verwaltung wurde in Generaldirektion für programmorientierte Haushaltsplanung umbenannt.Die Generaldirektion für Unterstützende Dienstleistungen wurde neu definiertund die Studienkommission für Akademische Kosten (CECA) gegründet. Auβerdem wurde an der Schule für Natur- und Geisteswissenschaften (CCH) die Akademische Einheit für die Zyklen der Grundständigen und der Postgradualen Studien (UACPyP) eingerichtet.
Der krönende Abschluss des Jahres war das erste Konzert der Philharmonie der UNAM am 30. Dezember im Saal Nezahualcóyotl, die erste Einrichtung innerhalb des Kulturzentrums der Universität. |
Dr. Guillermo Soberón Acevedo wurde für weitere vier Jahre in seinem Amt als Rektor der Universität bestätigt. Generalsekretär wurde Dr. Fernando Pérez Correa.
Unter der Leitung von Staatsp räsident López Portillo wurde ein Nationaler Bildungsplan erarbeitet. Im Februar wurde die Verordnung für die Gutachterkommissionen des Akademischen Personals der UNAM veröffentlicht, die zwar schon existierten, deren Handeln jedoch noch nicht durch eine Verordnung geregelt war. Das Zentrum für Atmosphärische Wissenschaften nahm die Forschungsarbeit auf.
Als die Gespräche über die Festlegung der Interessenvertretung des akademischen Personals begannen, zog sich die SPAUNAM zurück, da sie die Minderheit vertrat. Dennoch kündigte sie einen Streik für den 7. Februar an, falls die UNAM sich weigern sollte, einen Tarifvertrag zu unterzeichnen.
Inzwischen unterzeichneten die UNAM und die AAPAUNAM die Vereinbarungen bezüglich des Paragraphen XIII der Satzung für das Akademische Personal. Der Rektor wies den Aufruf der Gewerkschaft zum Streik als rechtswidrig zurück. Die STEUNAM und die SPAUNAM vereinten sich unter dem Namen STUNAM. Sie legten einen gemeinsamen Tarifvertragsentwurf vor, in dem nicht zwischen akademischer und administrativer Tätigkeit unterschieden wurde, und kündigten einen Streik für den 20. Juni an.
Der Nationale Verband der Universitäten und Einrichtungen der Höheren Bildung (ANUIES) kam auf einer Tagung in Guadalajara zu dem Schluss, dass es notwendig sei, Richtlinien festzulegen, die das Arbeitsverhältnis zwischen den Universitäten und ihrem Personal regelten. In Monterrey versammelte sich der Dach verband der Universitätsgewerkschaften und kündigte seine Unterstützung für den geplanten Streik der STUNAM an.
Anfang Juni nahmen die Spannungen zu: Der Rektor blieb bei seiner Haltung, dass das Bestreben der Gewerkschaft, die Universität zu kontrollieren, rechtswidrig sei. Die Gewerkschaft lieβ sich jedoch nicht von ihren Streikplänen abbringen. Die STUNAM erklärte die Vorschläge der Institution für unzureichend. Am 20. Juni brach der Streik aus.
Beide Seiten verteidigten hartnäckig ihre Positionen. Die UNAM begann, Räume in inkorporierten Schulen zu nutzen und die Schlichtungsstelle für Arbeitskonflikte erklärte am 27. Juni über das Fernsehen, dass der Streik eine „rechtswidrige Arbeitsniederlegung“ sei und die Universität das Recht habe, die Maβnahmen zu ergreifen, die sie für angebracht halte.
Am 10. Juli unterzeichneten die verantwortlichen Vertreter der Universität und der Gewerkschaft eine Vereinbarung . Die Universität erkannte die Gewerkschaft als Vertreter des Verwaltungspersonals an und legte fest, dass die Interessenvertretung der akademischen Angestellten weiterhin durch den Paragraphen XIII der Satzung für das Akademische Personal geregelt ist. Damit wurde der Konflikt beigelegt. Mit der anschlieβenden Reform des Artikels 3 der Verfassung auf Initiative des Präsidenten López Portillo wurde das Problem dann endgültig geklärt.
Über das restliche Jahr zog sich die Trennung des CUEC von der Filmothek der UNAM hin, die der neu geschaffenen Koordination für Universitäre Fortbildung untergeordnet werden sollte, deren Aufgabe es ist, die verschiedenen Fortbildungszentren und Einrichtungen für Kultur zu koordinieren.
Auβerdem wurden das Exekutivsekretariat des Ausschusses für Postgraduale Studien und das Zentrum für Forschung und Bildungsservice (CISE) geschaffen, deren Vorläufer das Zentrum für Didaktik und die Generaldirektionen für Akademischen Austausch und für Angelegenheiten des Akademischen Personals waren. Die Generaldirektion für Beschaffung und das Generalsekretariat für Unterstützende Dienstleistungen wurden in Generalsekretariat für Verwaltung umbenannt.
Auf diese Weise wurde die Universität in die Bereiche akademische Angelegenheiten, Verwaltung, Recht, naturwissenschaftliche Forschung, geisteswissenschaftliche Forschung und universitäre Fortbildung untergliedert. Die Leiter der jeweiligen Bereiche bildeten den Mitarbeiterstab, der direkt dem Rektor unterstellt war. |
Die administrativen Umstrukturierungen des Vorjahres führten zu weiteren Änderungen: Radio UNAM war keine Abteilung mehr, sondern eine Generaldirektion, die Abteilung Temporäre Kurse wurde zur Generaldirektion für Akademische Weiterbildung, deren Aufgabe es war, die Schule für Ausländer, die EPESA und die Fortbildungskurse in den verschiedenen Verwaltungsbezirken von Mexiko-Stadt zu koordinieren.
Die Abteilung für Büchervertrieb wurde zur Generaldirektion für Universitätsbüchervertrieb, die der Koordination für Universitäre Fortbildung untergeordnet war.
Die Alumni-Gemeinschaft der Fakultät für Ingenieurwissenschaften übernahm die Schirmherrschaft über das Philharmonische Orchester Academia de Música del Palacio de Minería. Aus akademischer Sicht war die Entwicklung in diesem Jahr sehr positiv. |
Am 11. Februar begannen die Feierlichkeiten anlässlich des 50. Jubiläums der Autonomie der Universität. In dem Festakt wurde namhaften Persönlichkeiten aus den Bereichen Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und Kunst der Ehrendoktortitel verliehen.
Unter anderen erhielten Claude Levi Strauss, Alexander Oparin, Octavio Paz, Rufino Tamayo, Alejandro Gómez Arias und Edmundo O’Gorman diese Auszeichnung. Das Forschungszentrum für Zellphysiologie nahm die Arbeit auf.
Am 26. Februar wurden das Theater Juan Ruiz de Alarcón und das Forum Sor Juan Inés de la Cruz im Kulturzentrum der Universität eingeweiht. Am 23. April wurde der Skulpturenpark eröffnet, de n Helen Escobedo, Federico Silva, Manuel Felguérez, Hersúa, Sebastián und Mathias Goeritz entworfen hatten . Im September nahm das Astronomische Observatorium in San Pedro Mártir im Bundesstaat Baja California seine Arbeit auf. Das Zentrum für Materialforschung erhielt den Rang eines Instituts.
Am 3. Dezember eröffnete Staatsp räsident López Portillo die neuen Einrichtungen der Nationalbibliothek und des Nationalen Zeitungsarchivs, die auch das Institut für Bibliographische Forschungen und das Z entrum für Studien über die Universität (CESU) beherbergen sollten. Das Koordinations- und Diffusionszentrum für Lateinamerikastudien wurde geschaffen. Das Universitätszentrum für Gastdozenten und das Universitätszentrum für die Produktion Audiovisueller Medien nahmen die Arbeit auf
Die Fachkommission für Rechtswissenschaftliche Studien und Projekte wurde zur Generaldirektion. |
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